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Roh Franz (Apolda 1890 – 1965 München)

2 Mädchen mit Schnurrbart


Fotografie entstanden zwischen 1922-1928. 
Silbergelatineabzug vom Originalnegativ aus dem Nachlass, 1999
Herausgegeben von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg, 1999. Griffelkunst, Verzeichnis der Editionen: Wahl 293 A6.
Sehr guter, tadelloser Zustand. 
Blattgröße. 24 x 30,3 cm
Motivgröße: 17,4 x 25,5 cm
Rückseite Aufdruck „einmalige Auflage für die Griffelkunst, aus dem Nachlaß, Franz Roh (1890-1965), München“
Provenienz Sammlung Emil Gruber

Schätzpreis € 240 / (Rufpreis € 120) / D
(Der angebotene Artikel ist differenzbesteuert, daher kommen zum Höchstgebot nur 23% Aufgeld dazu.)

Franz Roh hielt sich zu der Zeit der Aufnahme dieses Fotos in Berlin auf. Es könnte damals auf einer Sylvesterfeier in einem der zahlreichen Lokale für lesbische Besucherinnen entstanden sein.
Roh studierte Philosophie, Literatur, Geschichte und Kunstgeschichte. 1920 stellte er erstmals  Photo-Collagen aus. Er schrieb Kritiken für die Zeitschriften Der Cicerone und Das Kunstblatt. Diese Arbeit brachte ihn in näheren Kontakt mit zeitgenössischen Künstlern wie George Grosz, Kurt Schwitters, Willi Baumeister und Max Ernst.
Roh veröffentlichte 1925 das Buch Nach-Expressionismus – Magischer Realismus: Probleme der neuesten europäischen Malerei, das die europäischen Stilrichtungen der Ära nach dem Expressionismus untersuchte, die sich nicht allein auf die Neue Sachlichkeit beschränkten. Im Zusammenhang der Werkbund-Ausstellung 1929  „Film und Foto“ publizierte Roh sein berühmtes Buch „Foto-Auge“, derzeit eines der teuersten Fotobücher.
1933 wurde er wegen seines Engagements für die moderne Kunst, die die Nationalsozialisten als Entartete Kunst titulierten, einige Monate im KZ Dachau in Schutzhaft genommen, und er verlor seine Stellung an der Universität.

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